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Sachsenbad

 

 

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„Das Sachsenbad in Dresden-Pieschen“
Eine Chronologie zur Geschichte (Stand: Mai 2009)

 

 

 

 

Intro

 

 

Das Sachsenbad in Dresden-Pieschen fristet heute – leerstehend und dem Verfall preisgegeben – sein Dasein. Aus bautechnischen Gründen wurde das Schwimmhalle, 1929Sachsenbad 1994 geschlossen – wohl in der Absicht, es nach einer umfassenden Sanierung wieder zu eröffnen. Diese steht bis heute aus! Schlimmer noch, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude scheint heute sogar vom Abriss bedroht.

Seit Jahren bemühen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger in der Initiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad!“ des Vereins Pro Pieschen e.V. Befürworter/-innen unter den verantwortlichen Politiker/-innen zu gewinnen, Argumente für den Standort Sachsenbad zu sammeln und die Sanierung und Wiedereröffnung des Sachsenbades zu erreichen.

Schwimmhalle, 2007Die Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest hat sich mit der Geschichte des Sachsenbades befasst und verfolgt seit seiner Schließung die Diskussion um Erhalt und Wiedereröffnung. Umfangreiches Material wurde gesammelt, dokumentiert und ausgewertet: Ortbeirats- und Stadtratsprotokolle, Presseartikel und Erinnerungsfotos verschiedener Privatpersonen.

Die Zusammenfassung dieser Recherchen stellt die Grundlage dieser kleinen Broschüre dar, die das Ringen um das Sachsenbad öffentlich machen und das Sachsenbad im Bewusstsein halten will.

Allen, die dies unterstützt haben und daran beteiligt waren - herzlichen Dank!
Pro Pieschen e.V.

 

 

 

 

Beginn

 

 

Am 7. Juli 1927 wurde durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Dresden der Bau eines Volksbades im Dresdner Nordwesten beschlossen und die Summe von 1,35 Mio RM zur Verfügung gestellt. Mit der Planung des Sachsenbades wurde der damalige Stadtbaurat Paul Wolf (1879 – 1957) beauftragt. 1928 wurde mit dem Bau des Volksbades Dresden-Nordwest in der Wurzener Straße in Dresden-Pieschen, später auch Sachsenbad genannt, begonnen. Am 2. November 1929 fand die Einweihung des Volksbades statt.
Sachsenbad 1929Mit dem Bau wurde die neuesten Erfahrungen auf dem Gebiet des Bäderwesens berücksichtigt und einem dringenden Bedarf entsprochen, der sich aus der großen Bevölkerungsdichte des Stadtteils und den schlechten Wohnbedingungen entwickelt hatte. Das Sachsenbad besaß eine Dampfbadeabteilung, 33 Wannenbäder, 14 Kurbäder, 2 Sitzbäder, 16 Brausebäder sowie einen Gymnastiksaal. Die Kurbadeabteilung stand unter der Leitung eines Arztes. Das Bad wurde mit einem Schwimmbecken von 25m x 11m eine der größten Schwimmhallen Dresdens. Bei sportlichen Veranstaltungen bot es auch Zuschauern und Zuschauerinnen Platz.

Sachsenbad, „Wasserhochbehälter“, 1929Das Baugelände lag am Rande des gründerzeitlich geprägten Stadtteils in der Nähe des alten Dorfkerns von Pieschen und bestand aus Schrebergärten und Ackerland. Der Hauptzugang zum Hallenbad erfolgte von der Wurzener Straße aus. An der östlichen Längsseite des Bades wurde in Verbindung mit einem Wohngebäude und der Stadtteilbibliothek in dessen Erdgeschoss ein räumlich gefasster Platz mit Schmuckanlagen und einem Kinderspielplatz angelegt. Gegenüber entstand als Teil des städtebaulichen Ensembles ein moderner Wohnblock von Hans Richter (1882-1971), einem der bedeutensten Architekten der sachlichen Moderne in Dresden.

Wohnblock, Arch. Hans Richter,1929Die äußere Erscheinung des Hallenbades folgt einer einfachen kubischen Form mit einem für das markante Oberlicht der Schwimmhalle ausgebildeten, abgetrepptem Dachaufbau. Die Fassaden wurden mit Kratzputz versehen, für Sockel, Haupteingang, Fensterumrahmungen, Gesimse usw. wurde Kunststein verwendet. Die Fenster wurden regelmäßig und durchgängig gereiht und charakteristisch für ein Badehaus als Kippflügelfenster ausgebildet. Die eigentliche Schwimmhalle wird durch den Dachaufbau besonders betont. Äußerlich auffallend ist auch der nach Art von Wasserhochbehältern aus der Gebäudemasse herausgezogene Raum für die Unterbringung der Kalt- und Warmwasserbehälter mit je 30 Kubikmetern Fassungsvermögen im Dachgeschoss. Um das Bad wirtschaftlicher zu gestalten, wurde zudem ein Brunnen gebohrt.

 

 

 

 

Jahre der Nutzung

 

 

Goldfische,1931Ab den 1930er Jahren fanden im Sachsenbad außer dem täglichen Badebetrieb auch Veranstaltungen und Sportwettkämpfe statt. Von der Vielzahl der dokumentierten Veranstaltungen einige Beispiele:

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1931: Schwimmfest der Sportvereinigung „Frauen-Kunstreigen Dresden-Neustadt“

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1934: Olympia-Gaufest als Vorbereitungswettkampf der sächsischen Schwimmer auf die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin

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1934: Kreispflichtstaffeln Bezirksvergleichswettkämpfe, Vergleichswettkämpfe

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1935: Kreisprüfungswettkämpfe, Pflichtstaffeltage

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1939: Kreistaffeln, Auswahl Stadtmannschaft Wasserball, Wettkämpfe in 100m-Rückenkraul


Goldfische,1931Nach der Zerstörung der Dresdener Innenstadt am 13./14. Februar 1945 richtete die Deutsche Post als Ersatz für das beschädigte Postscheckamt am Postplatz im September 1945 operativ einen Filialbetrieb in den Räumen des unzerstörten Sachsenbades ein, der Anfang 1947 in das zentral gelegene Gebäude der Sozialversicherungskasse am Sternplatz umzog.

Anfang der 1950er Jahre wurde das Sachsenbad wieder seiner alten Bestimmung übergeben. Da das größte und modernste Hallenbad der Stadt, das Güntzbad 1945 zerstört wurde, konzentrierte sich alles auf das Sachsenbad. Im Jahre 1967 konnte das Sachsenbad jährlich über 300.000 Besucher begrüßen. Täglich wurden durchschnittlich 10-13 Tonnen Rohbraunkohle (im Winter bis zu 20 Tonnen) verheizt.

Nach Sturmschäden wurde im Winter 1972/73 das Bad wegen Renovierung geschlossen. Die vier Kessel für Siebkohlefeuerung machten Platz für sechs Niederdruckkessel. Diese wurden mit festen Brennstoffen, wie Koks und Briketts, gespeist und belasteten die Umwelt weitaus weniger als die alte Anlage. Am 5. März 1973 wurde das Sachsenbad wieder eröffnet.

In den 1980er Jahren wurden abschnittsweise die einzelnen Bereiche hinsichtlich der Ausstattung saniert. SchwimmkursDer fertiggestellte Wannenbäderbereich konnte 1983 wieder zur Nutzung übergeben werden. 1986 wurde die Schwimmhalle mit einem öffentlichen Badeball wieder eröffnet. Im Jahre 1987 wurde die Erneuerung des Irisch- Römischen Dampfbades abgeschlossen und die Bowlingbahn fertiggestellt. Es entstanden neben dem Schwimmbecken weitere Möglichkeiten: Tischtennis, Kegelbahn, Solarium. 1989 wurde die Neugestaltung des Foyers abgeschlossen. Insgesamt wurden über 3,5 Mio Mark in dieser Zeit für die Rekonstruktion des Sachsenbades aufgewendet. Eine grundlegende konstruktive und haustechnische Sanierung fand jedoch nicht statt.

1991 wurde das Heizhaus auf Ölfeuerung umgestellt. Das Wasser ließ sich nun auf mehr als 30°C erwärmen, was für das Kinder- und Schwangerenschwimmen von Bedeutung war. An zwei Abenden der Woche stand das Hallenbad FKK-Freunden zur Verfügung. Im Haus befanden sich zeitweilig ein privat betriebener Imbissstand und eine Videothek.

 

 

 

 

Drei Badehosen für das Sachsenbad in Pieschen

 

 

Am 26. Oktober 1992 beschreibt ein Artikel in der Morgenpost die Situation des Sachsenbades wie folgt und vergibt in einer vergleichenden Bewertung der Dresdner Schwimmbäder drei von fünf „Badehosen“:

Morgenpost, 26. Oktober 1992„Das Bauhausgebäude zeigt sich außen grau in grau. Duster auch die Vorhalle. Schön dagegen die Balustrade und Säulengang. Leider stehen hier keine Liegestühle - sonst könnte man herrlich abspannen. Im 25-Meter-Becken tummeln sich die Kinder, können wild planschen. Das ist ganz schön laut, stört aber niemanden. ... Sauber, aber sanierungsbedürftig sind Römisches Bad und Sauna. In den Duschen stinkt es penetrant nach Klostein, auch hier Sanierungsbedarf. Nachteilig die Umkleidekabinen. Von der Straße aus haben Fußgänger freie Sicht auf die Nackedeis. Keine Einzelkabinen, dafür hängen die Kleiderhaken tief. Das ist kinderfreundlich. Dagegen wenig kundenfreundlich: Kein Imbiss, keine Getränke. ... Die Sanierung des Sachsenbades steht schon vor der Tür. 1993 soll es für mehrere Millionen Dresdens schönstes Bad werden.“

Anfang Dezember 1992 wurde im Stadtrat der Stadt Dresden beschlossen, das Sachsenbad mit einem Aufwand von 28 Mio DM zu sanieren. Wegen größerer Mängel stiegen diese Kosten jedoch auf über 40 Mio DM.

Im Juni 1993 wurden die Gesamtkosten von ca. 43 Mio DM wurden auf 36,2 Mio DM gekürzt. Im Juli 1993 wurde vom Unterausschuss Bauund Bauplanungsfragen einer Beschlussvorlage für den Umbau und die Modernisierung des Sachsenbades zugestimmt. Diese wurde jedoch von Stadtrat abgelehnt.

 

 

 

 

Tauziehen um das Sachsenbad

 

 

Der schlechte bauliche Zustand des Hallendaches, der eine erhöhte Gefahr für die Badbesucher/-innen darstellte, führte letztlich 1994 zur Schließung des Bades. Ein vom Ortsbeirat angemahntes Sofortprogramm zur Beseitigung dieser Gefahren wurde nicht durchgeführt. Damit begann das Tauziehen um das Sachsenbad, von dem einige Stationen folgen:

  • Im November 1994 wurde wegen der erheblichen finanziellen Belastung für die Stadt der Verkauf an einen privaten Investor unter Festschreibung eines Nutzungsrechtes für die Stadt beschlossen und eine Ausschreibung in Auftrag gegeben. Der Ortsamtsleiter Pieschen und einige Mitglieder des Ortbeirates schlugen vor, anstelle des Sachsenbades ein Erlebnisbad bzw. eine multifunktionale Freizeitanlage unter Einbeziehung des Stadions Wurzener Straße zu entwickeln.
  • Im August 1995 ließ die Stadt einen Bauzaun um das bis dahin ungesicherte Sachsenbad ziehen. Nach Angaben des damaligen Ortsamtsleiters war ein Käufer gefunden worden, der nun einen Nutzer mit einem überzeugenden Konzept suchte.
  • Sachsenbad, Fassade zur Wurzener Straße, 2007Im Januar 1996 wurde ein neues Projekt zur Rekonstruktion des Sachsenbades vorgestellt. Die Kosten von 36 Mio DM sollten auf Grund eines kommunalen Leasingvertrages von der Fa. Cobra übernommen werden. Die Wiedereröffnung des Bades wurde für den 1. Januar 1998 in Aussicht gestellt. Im September scheiterte jedoch dieser Plan. Es wurde ein neuer Beschluss über die Zukunft des Sachsenbades erarbeitet. Die Kostenschätzung hierzu betrug etwa 47 Mio DM mit steigender Tendenz.
  • Anfang 1997 stellte sich heraus, dass alle geplanten Varianten durch die Stadt nicht finanzierbar waren. Das Sportamt prüfte Umnutzungsvarianten (Sporthalle, Kultur). Generell war zwar eine Schwimmhalle für den Bereich Kaditz/Mickten vorgesehen, jedoch gab es keine Mittel im städtischen Haushalt, keine Fördermittel vom Bund, vom Land nur geringfügige.
  • Im Oktober 1997 wurde in der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe „Sachsenbad“ gebildet. Als Quartierszentrum für den Ortsbereich Pieschen sollten im Nutzungskonzept 70% Gemeinbedarfsfläche und 30% kommerzielle Flächen angeboten werden. Bibliothek, Läden und Dienstleistungen, in der 1. Etage das Bad sowie in der 2. Etage durch Privatanbieter betriebene Räume für Sauna, Solarium, Fitnessstudio, Cafe waren vorstellbar. Die Kosten dazu wurden über den Sanierungsträger für Dresden-Pieschen mit ca. 19 Mio DM veranschlagt.
  • Sachsenbad, Zustand Oberlichtverglasung, 20071998 bot das nun seit 1994 geschlossene Sachsenbad einen trostlosen Anblick: Zerschlagene Fensterscheiben, Bäume auf dem Dach, bröckelnder Putz usw.. Es lagen verschiedene Konzepte vor. Für eine einfache Sanierung, insbesondere für Schulsport und Physiotherapie, betrugen die Kosten ca. 20 Mio DM. Die Stadt war jedoch nicht in der Lage, die notwendige Unterstützung für die Sanierung von ca. 0,8-1,9 Mio. DM sowie einem Zuschuss für die Betriebskosten von jährlich ca. 1,5-1,7 Mio DM zu leisten.
  • Auch 1999 fiel keine Entscheidung. Der voraussichtliche Sanierungsbeginn wurde auf 2001/2002 verschoben. Die Konzepte für die Nutzung des Bades waren noch die gleichen wie 1998. Die Sanierungskosten wurden mit ca. 23 Mio DM nach oben korrigiert. Für die Nutzung hätte die Stadt jährlich ca. 2,35 Mio DM bereitstellen müssen. Von der Sanierungskommission Dresden Pieschen wurde eine Unterschriftenaktion durchgeführt, um die Wiedereröffnung des Sachsenbades als Quartiersschwimmbad zu unterstützen. Der neu gewählte Stadtrat erstellte eine Prioritätenliste der baulichen Investitionen bis 2004, in der jedoch das Sachsenbad nicht vertreten war! Das Sportamt wurde lediglich damit beauftragt, das marode Gebäude „winterfest“ zu machen.
  • Ausschnitt Ostfassade, 2007Erst 2002 gibt es einen neuen Anlauf. Die Sanierungsträger GmbH Dresden-Pieschen hoffte EU-Fördergelder für die Sanierung zu akquirieren, was jedoch am fehlenden Eigenanteil der Stadt scheitern musste. Auf der vom Oberbürgermeister vorgelegten Liste der finanziell nicht gesicherten Objekte erschien für die Sanierung des Sachsenbades ein Fehlbetrag von 13,1 Mio Euro. Da selbst für bereits begonnene Vorhaben der Stadt 195 Mio Euro fehlten, rückte eine kommunal finanzierte Rekonstruktion in die Ferne.
  • 2003 entstand die Idee, das Sachsenbad in ein Sport- und Kulturzentrum umzuwandeln. Der SV Motor Mickten Dresden e. V. wurde als zukünftiger Betreiber des Sachsenbades gesehen. Neben der finanziellen Unabhängigkeit vom geplanten Objekt, wollte der Verein auch gern die umliegenden Flächen mit in das Gesamtprojekt „Sport- und Kulturzentrum“ einbeziehen, das auch Paul Wolf (1879 – 1957) vor 70 Jahren als „Volkspark Pieschen“ schon vorgedacht hatte. Jedoch ließen Finanzierungsprobleme auch diesen Plan scheitern.
  • studentische Entwürfe zum Sachsenbad 2007: Markus Kehrer (neue Dachlandschaft)2004 tut sich gar nichts. 2005 wurden wieder einmal die Fakten im Ortsbeirat festgestellt:
    Die vorhandenen Frei- und Hallenbäder in Dresden decken nur etwa 80% des Bedarfs der Bevölkerung ab. Im Ortsamtsbereich Pieschen gibt es weder ein Freibad noch ein Hallenbad. Mit der Schließung des Waldbades in Klotzsche wird sich die Situation noch weiter verschlechtern. Wo die hier wohnenden Schüler und Schülerinnen das Schwimmen erlernen sollen, war und ist dem Bäderkonzept der Stadt Dresden nicht zu entnehmen.
  • 2006 fand vor dem Sachsenbad am 13. Mai eine Veranstaltung statt. Ein kleines Podiumsgespräch klärte die Besucher/-innen über den derzeitigen Sachstand wie auch die aktuellen Debatten um das Bäderkonzept der Stadt Dresden auf. Wasser gab es auch: Es regnete heftig! Eine öffentliche Begehung, die am 23. September 2006 stattfinden sollte, wurde aus sicherheitstechnischen Bedenken seitens des Liegenschaftsamtes der Stadt Dresden abgesagt.
  • studentische Entwürfe zum Sachsenbad 2007: Jan Herrmann (Anbau)2007 folgen Aktivitäten auf verschiedensten Ebenen unter dem Dach von propieschen e.V.. Die Broschüre zum Sachsenbad wird erstmals aufgelegt und gibt einen Überblick für das vielfältige Engagement. Die Übersicht zu den „Bedarfsträgern“ im Umfeld des Sachsenbades wird zur Unterstützung des Standortes zusammengestellt.
    Studierende des Studiengangs Architektur der Westsächsischen Hochschule Zwickau entwickeln im Rahmen eines Semesterprojektes Konzepte für die Entwicklung des Sachsenbades als Schwimmbad mit ergänzenden Nutzungen. Sogar eine Besichtigung wird ermöglicht. Es entstehen freie und weitreichende Konzepte, die im Juli 2007 der Vertreter/-innen der Stadtverwaltung vorgestellt werden. Das Sachsenbad soll wieder auf die Tagesordnung geholt werden.
    Eine Podiumsdiskussion im Rathaus Pieschen im November 2007 wie auch eine Ausstellung beim Pieschener Hafenfest vom 1. bis 3. Juni 2007 schaffen erneut Öffentlichkeit. Das Sachsenbad wird in das Konzept der Kunstaktion Metropole Pieschen einbezogen.
  • 2008 wird auf Betreiben der Bürgerinitiative ein überfraktioneller Beschluss im Dresdener Stadtrat gefasst. Die Verwaltung wird aufgefordert, ein belastbares Entwicklungskonzept für das Sachsenbad zu erstellen.
  • Im März 2009 werden vom Stadtrat 150.000,- EUR Planungskosten bewilligt. Kommt jetzt Bewegung in das Projekt Sachsenbad? oder wird es nur erneut als Kampfthema der Kommunalwahlen 2009 mißbraucht, um dann - nach der Wahl - weiter dem Verfall preisgegeben zu werden?

 

Endlich Wasser ins Sachsenbad!

 

 

Bedarfsträger im Einzugsbereich – Ausschnitt (Planerstellung: Frank Helms, 2007)

Bedarfsträger im Einzugsbereich – Ausschnitt (Planerstellung: Frank Helms, 2007)

 

Kindertagesstätten

 

 

Schulen / Bildungseinrichtungen

 

 

Seniorenheime

 

 

Sachsenbad

 

 

 

 

Metropole Pieschen - Kunst und Kultur in und für Pieschen

 

 

Logo_MetropoleMetropole Pieschen ist ein Netzwerk Pieschener Künstler/-innen, Kultuschaffender und interessierter Bürger/-innen mit dem Ziel: Kunst und Kultur in und für Pieschen.

Handtuchaktion Sachsenbad, 2008Vom 24. Mai bis 22. Juni 2008 fand erstmalig die „Metropole Pieschen“ statt. Ein Kunstsymposium wurde veranstaltet, es entstanden fünf künstlerische Arbeiten, die sich mit dem Stadtraum Pieschen auseinandersetzten.

Neben dem Kunstsymposium fanden zahlreiche Begleitaktionen im Stadtteil statt. Eine Aktion war die „1. Pieschener Handtuchsammlung“ für das Sachsenbad. Am 17. Juni 2008 war es soweit - die Handtücher wurden angebracht: 42 Stück, von verschiedensten Helfern auf Maß genäht.

2009 folgt nun die „2. Handtuchsammlung“. Nach fast einem Jahr sind viele der Handtücher verblasst oder durch das Wetter zerschlissen. Auch sind noch über 150 Fenster ohne Handtücher. Die Vision alle Fenster des Sachsenbades mit bunten Badetüchern bestückt zu sehen, ist nach wie vor lebendig. Daher der zweite Aufruf mit unvermindertem Enthusiasmus – nur nicht das Handtuch werfen!

Handtuchaktion Sachsenbad, 2008

Metropole Pieschen 2008 wurde unterstützt von:
Amt für Kultur- und Denkmalpflege der Landeshauptstadt Dresden,
Kunstkommission der Stadt Dresden,
Ostsächsische Sparkasse Dresden

www.metropole-pieschen.org, info@metropole-pieschen.org

 

 

 

 

Der Verein Pro Pieschen e.V. übernahm 2005 von der Sanierungskommission Pieschen den Staffelstab und setzt sich seitdem mit den Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils, unterstützt von der Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest, für die Rettung des denkmalgeschützten Sachsenbades, seine Sanierung und Wiedereröffnung ein.
Im Sachsenbad haben viele Kinder aus dem Dresdner Nordwesten ihre ersten Schwimmübungen absolviert, behinderte Menschen konnten therapeutisches Schwimmen durchführen und als Freizeiteinrichtung stand das Sachsenbad über viele Jahrzehnte hoch im Kurs. Genau da wollen wir wieder ankommen.
In den vielen Jahren konnten eine Vielzahl von engagierten Bürgern/-innen und Künstlern/-innen gewonnen werden, Aktionen zur Wiedereröffnung des Sachsenbades zu unterstützen bzw. sich selbst zu engagieren. Das Sachsenbad wird nicht vergessen, dank des großen Engagements wird es öffentlich wahrgenommen. und viele arbeiten für das Ziel, dass das Sachsenbad als Teil der sozialen Infrastruktur als zeitgemäßes Bad entwickelt wird und seine Funktion und Bedeutung in der Bäderlandschaft Dresdens zurückgewinnt. Dies ist leider noch immer nicht absehbar - deshalb wird es weithin Aktionen geben und geben müssen ...

 

 

„Endlich Wasser ins Sachsenbad !“
Aktion: Wasser ins Sachsenbad, 13.05.2006Aktion: Wasser ins Sachsenbad, 13.05.2006

 

 

 

 

 

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Quellen

 

 

Dokumentation der Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest zum Sachsenbad als Unterstützung für die Initiative „Endlich Wasser in das Sachsenbad!“ (Dresden, Mai 2006)

Erarbeitet von Dr. Manfred Dreßler, Kay Hegenbarth, Michael Jobst, Uwe Pfannerer und Ute Schumann unter der Leitung des Diplomhistorikers Horst R. Rein (1936 - 2006)
Kontakt: Klaus Brendler, Tel.: 0351 - 84 99 335

 

 

 

 

Bildnachweise

 

 

„Pieschen - aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils“, Anette Dubbers-Mittag,
Hrsg.: Umweltzentrum Dresden e.V. und Pro Pieschen e.V.

Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest
h.e.i.z.Haus Architektur.Stadtplanung
private Fotos

 

 

 

 

Horst R. Rein (1936 bis 2006)

 

 

Horst R. ReinHorst R. Rein hat in den Jahren nach der Wende zunächst die Stadtteilforschung für den Dresdner Nordwesten - Pieschen, Kaditz und Trachau - in einer Geschichtswerkstatt organisiert, dehnte aber bald seine ehrenamtliche Arbeit auf die ganze Stadt aus. In Radebeul war er Mitglied im Autorenkreis der „Schreibenden Senioren“. Er schuf ein Netzwerk für die Dresdner Heimatforscher, den Markt für Dresdner Geschichten und Geschichte, der die ganze Vielfalt der Geschichtsschreibung „von unten“ präsentiert, auf eine deutschlandweit einmalige Weise. Das vorliegende Heft basiert auf der Datensammlung von Horst R. Rein. Mit jugendlicher Leidenschaft hat er sich für den Erhalt des Sachsenbades eingesetzt, war uns Inspiration und Mentor und ist unvergessen.



Horst R. Rein am 13.05.2006 bei einer Aktion des Vereins Pro Pieschen e.V. vor dem Sachsenbad